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Council of Graduate Schools besucht DFG- geförderte Graduierteneinrichtungen
Posted July 09 2010
Vom 14. bis zum 18. Juni 2010 haben zwölf Mitglieder des Council of Graduate Schools (CGS) im Rahmen der Exzellenzinitiative geförderte Graduiertenschulen sowie Graduiertenkollegs besucht.

Das Ziel der Reise: Neue Modelle der strukturierten Doktorandenausbildung kennen zu lernen und Anregungen zu sammeln. Die DFG präsentierte dabei die Ansätze, die mit ihrer Förderung in Deutschland möglich werden.

 

Der seit über 40 Jahren bestehende CGS, der über 500 Mitgliedsuniversitäten in den USA und Kanada zusammenführt, sieht sich selbst als „voice for the graduate dean community“. Die Delegationsreise, die unter der Leitung der Präsidentin des CGS, Debra Stewart Deutschland besuchte, führte zu Universitäten in Berlin, Jena, Gießen, Heidelberg und München. Das fachliche Spektrum der Graduiertenschulen und -kollegs reichte von den Geisteswissenschaften über die Lebenswissenschaften, Mathematik und Physik bis zu den Ingenieurwissenschaften. Auf der Reise standen Universitäten ganz unterschiedlicher Größe auf dem Programm. Ergänzt wurden die Aufenthalte an den unterschiedlichen Hochschulstandorten durch allgemeine Informationen zum deutschen Hochschulsystem zur Exzellenzinitiative – mit dem Schwerpunkt Graduiertenschulen – und zu den Graduiertenkollegs.

Die amerikanischen Gäste zeigten sich beeindruckt von den durch die Exzellenzinitiative initiierten Veränderungen und von den originellen und unterschiedlichen Ansätzen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs‘. Die Reise zeigte zudem zwei Besonderheiten des deutschen Systems auf. Entgegen der Erwartungen der Gäste konnten die Universitäten teilweise die Zahl der Promovierenden nicht nennen, da diese derzeit nicht durchgängig erfasst wird und oft auch keine Planungen für eine Erfassung laufen. Daraus entstehen Datenlücken hinsichtlich der Dauer einer Promotion und des Anteils von abgebrochenen Promotionen. Ein weiterer Aspekt, der im anglo-amerikanischen Sprachraum anders gehandhabt wird, ist die Förderung der Chancengleichheit. Zwar haben viele Hochschulen inzwischen das Problem der Unterrepräsentanz von Wissenschaftlerinnen – insbesondere auf höheren Karrierestufen – erkannt und Konzepte zur Förderung der Gleichstellung sowie zur Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie entwickelt. Doch gleichzeitig vermissten die Gäste Konzepte zur höheren Beteiligung von unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen – ob deutsche Bürger mit Migrationshintergrund oder Ausländer. Im Gegensatz zu den amerikanischen Hochschulen, wo Unterschiede in den Bildungserfolgen der verschiedener ethnischen Gruppen ein wichtiges Thema sind und verschiedenste Verbesserungsmaßnahmen entwickelt wurden, scheint dieses Problem aus Sicht der CGS-Mitglieder an deutschen Universitäten bisher eher wenig Beachtung zu finden. Der Besuch hat also nicht nur den nordamerikanischen Gästen neue Einblicke gegeben, sondern auch den deutschen Gastgebern Perspektiven eröffnet. Weitere Informationen:

DFG-Geschäftsstelle:
Dr. Jürgen Breitkopf (Gruppe GGN)
E-Mail: juergen.breitkopf [ aT ] dfg.de
Tel. 0228 885-2872

Dr. Max Vögler (Gruppe IZ),
E-Mail: max.voegler [ aT ] dfg.de
Tel. 0228 885-2388.