Das ZI-Track-Konzept in der modernen Psychiatrie: Eine syndromspezifische sektorenübergreifende Behandlung Teil 2 – Praktische Umsetzung
2019
Authors: Hirjak D, Leweke FM, Deuschle M, Staudter C, Borgwedel D, Coenen-Daniel M, Heser M, Erk K, Beivers A, Meyer-Lindenberg A
CellNetworks People: Meyer-Lindenberg Andreas
Journal: Fortschr Neurol Psychiatr. 2019 Feb 7. doi: 10.1055/a-0759-1957

Um den aktuellen Herausforderungen in der Behandlung psychisch kranker Patienten gerecht zu werden, müssen neue Versorgungsstrukturen implementiert werden. Das „Track-Konzept“ bietet eine vielversprechende Alternative zu den aktuellen Behandlungsmodellen. Unverzichtbar ist dabei die Berücksichtigung der aktuellen ethischen und rechtlichen Grundlagen welche ausdrücklich die Reduktion der Zwangsmaßnahmen befürworten. Zentrale Ziele einer settingübergreifenden „Track-Einheit“ sind ferner die Förderung der Patientenautonomie, setting-übergreifende Behandlungskontinuität, Verbesserung der Therapieadhärenz und Reduktion stationärer Behandlungszeiten durch flexiblere Interventionen. Obwohl das „Track-Konzept“ eine Weiterentwicklung zum bisherigen Versorgungsmodell hat, empfiehlt sich seine Etablierung innerhalb einer psychiatrischen Klinik schrittweise zu gestalten, da eine Reihe von Veränderungen auf verschiedenen Ebenen erforderlich sind. Im ersten Abschnitt dieser Arbeit werden diese notwendigen organisatorischen Veränderungen am Beispiel des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) vorgestellt. Im zweiten Abschnitt wird dann der notwendige bzw. hilfreiche räumliche Rahmen dargestellt. Im dritten Abschnitt gehen wir auf die sozioökonomischen Vorteile des „Track-Konzeptes“ ein, die anschließend unter Berücksichtigung der aktuellen Therapieleitlinien diskutiert werden. Dabei wird auch eine veränderte hausinterne Leistungsverrechnung und deren mögliche Weiterentwicklung dargelegt. Insgesamt geht die Umstellung auf das „Track-Konzept“ mit einer Vielzahl praktischer Veränderungen einher. Das Ziel ist eine bessere Verzahnung der Behandlungssettings in allen Stadien einer psychischen Erkrankung und bessere Orientierung für Patienten und Angehörige.